


Die Pfarrei Maria Himmelfahrt umfasst die Ortschaften Bühl und Riedern am Sand.
Die Wallfahrtskirche zur hl. Notburga liegt prominent auf einer Erhebung über dem Schwarzbach und wird flankiert vom imposanten, über 400 Jahre alten Pfarrhaus mit seinen markanten Stufengiebel. Gegenüber liegt das Pfarrheim, die ehemalige Zehntscheuer des Klosters Rheinau. Zusammen mit der Umfassungsmauer bilden die 3 Gebäude eine Einheit.

Die Pfarrei Bühl besteht aus Riedern am Sand und Bühl, Riedern wurde 1720 der Pfarrei Bühl einverleibt.
Eine Kirche in Bühl wurde erstmals im Jahre 1275 erwähnt mit dem Patronatsrecht vom Kloster Rheinau. Im 14. Jahrhundert ist von einem weiteren Kirchenbau die Rede.
Die jetzige Kirche wurde 1707 bis 1709 vom Kloster Rheinau unter dem damaligen Abt Gerold II erbaut. Architekt war Franz Beer aus Tirol, einer der größten Barockbaumeister.
Die Kirche ist ein klassischer Barockbau, der alte gotische Turm blieb erhalten.
Eingeweiht wurde die Kirche am 03.10.1710
1965 wurde die Kirche außen renoviert und bekam ein neues Kirchendach.
1983 wurde sie innen herrlich restauriert.
2008 wurde sie wieder außen renoviert.
Die Kirche ist der Mutter Gottes geweiht. Sie ist eine Wallfahrtskirche zur hl. Notburga.
Interessant ist, dass die Kirche von 30.09.1875 bis zum 25.02.1896 im Besitz der Altkatholiken war. Nachdem das badische Altkatholikengesetz von 1874 dem Anspruch der Altkatholiken eine Rechtsgrundlage gegeben hatte, schlossen sich Bühl, Eichberg und Dettighofen dieser Bewegung an. Da diese dann die Mehrheit der Einwohner bildeten, fiel ihnen auch der grösser Anteil vom Stiftungsvermögen der Pfarrei Bühl zu. So kam die Kirche in den Alleinbesitz der Altkatholiken.
Die Katholiken hielten ihren Gottesdienst deshalb im Pfarrhaus, später in der Notkirche, der umgebauten Zehntscheuer ab. Da die Anzahl der Altkatholiken wieder zurück ging, erhielten die Katholiken Ihre Pfarrkirche zurück.
Die St. Josefskapelle in Riedern am Sand wurde ab 1960 erbaut, die Einweihung fand am 20.11.1963 statt. Sie ist im modernen Stil erbaut und hat 70 Sitzplätze. Im Türmchen hängen 2 Glocken. Eine wurde von Bühl übergeben, die andere wurde 1962 von Frau Maria Metzger gestiftet.
Für weitere Information zur Kirche kann man bei der Pfarrgemeinde Bühl ein Heftchen erwerben, das von Herrn Pfarrer Hermann Marder verfasst wurde.
Die Geschichte der heiligen Notburga
Die Hl. Notburga war eine Königstochter aus Schottland. Geboren 796, jung verheiratet. Als ihr Mann im Gefecht getötet wurde floh sie. Sie kam schwanger und von einer Magd begleitet an den Oberrhein. Zuerst nach Säckingen zum Grab des Hl. Friedolin und dann nach Bühl im Klettgau. Am 24.06.820 gebar sie neun Kinder. Eines davon war tot.
Notburga wollte ihre Kinder taufen, da aber kein Wasser vorhanden war, gab sie der Magd ihren Stab und befahl ihr damit an den Felsen zu schlagen, woraus sogleich eine Quelle entsprang, an der sie die Kinder taufte. Die Quelle wurde bekannt und berühmt. Da aber Neid und Streit um diese entstand, hat Notburga die Quelle in das nahe Wäldchen am Fuße des Eichbergs entrückt. Heute fließt dieses Notburgabrünnlein noch immer.
Notburga widmete sich der Erziehung ihrer Kinder und der einheimischen Jugend, sowie der Bekehrung des Volkes.
Unterstützt vom Kloster Rheinau, baute sie eine Schule, eine Fremdenherberge und eine Kapelle die 832, zur Firmung von Notburgas Kinder, vom Bischof von Konstanz eingeweiht wurde.
Notburga starb am 26.01.840 und wurde in der Kirche Bühl begraben. Vorn im Mittelgang der Kirche ist ihr Grab bezeichnet.
Von Anfang an pilgerten die Menschen zum Grab der Heiligen und der Notburgaquelle, besonders in Zeiten der Not und in schweren Anliegen.
Die Verehrung der Hl. Notburga hat nie aufgehört. Zu manchen Zeiten war sie stärker und zu anderen schwächer. 1933 zählte man 800 Frauen am Wallfahrtstag heute sind es weitaus weniger, jedoch noch immer eine treue Schar die jedes Jahr, gewöhnlich am letzten Sonntag im September, nach Bühl zum Wallfahrtstag kommt.
Für weitere Informationen zur Hl. Notburga kann man bei der Pfarrgemeinde Bühl ein Heftchen erwerben, das von Herrn Pfarrer Hermann Marder verfasst wurde.
